Die Klimadebatte

  • Ich habe mich bewusst entschieden, den hohen Preis für das Wohnen in der Stadt zu zahlen. Da hat mir auch keiner "geholfen". Zusätzlich habe ich mir einen neuen Job gesucht, der in der Nähe meiner Wohnung ist (und nicht mehr 40 km entfernt). Ich verstehe auch, dass das nicht jeder kann und ich weiß auch, dass ich Glück gehabt habe, dass das so geklappt hat.


    Was mir aber nicht in die Birne geht ist die Tatsache, dass ich in einem Klimapaket, also in einem Gesetz in dem es darum geht, das Klima zu verbessern, was man mutmaßlich mit einer Senkung des CO2 Austoßes hinbekommt, oder dieses zumindest EIN Mittel ist, nun einen Anreiz schaffe, dass die Leute wieder und mehr pendeln sollen, bzw. für diese Pendelei "entlastet" werden.

    Alle in die Städte geht ja aber auch nicht. Der Wohnraum reicht ja heute schon kaum aus. Und immer den passenden Job zu finden eben auch nicht.


    Die gängigste Lösung wäre, den ÖPNV massiv auszubauen damit das pendeln eben nicht mit dem Auto erfolgt. Ich sehe das immer am Beispiel meiner Frau. Als Bundesbeamtin ist die Auswahl von in Frage kommenden Dienststellen recht überschaubar. Da gibt es nichts vor der Haustür.

    Und ÖPNV für die Strecke nach Hamm-Uentrop. Günstigste Zeit 1 Stunde 51 Minuten von der Haustür zum Arbeitsplatz. Eine Strecke. Das gleiche mit dem Auto sind 45 Minuten für die knapp 60 km.

    Wer da wirklich fordert, auf den ÖPNV umzusteigen hat den Schuß nicht gehört. Wer möchten den bitte bei 8 Stunden Arbeitszeit nochmal 4 Stunden in Bus und Bahn verbringen?

    Daher muss der Anreiz sein, den ÖPNV so auszubauen, das man nur noch knapp über der Zeit liegt, die man mit dem Auto bräuchte. Und erschreckend finde ich, das wir hier nicht im tiefsten ländlichen Raum leben, sondern in einem Ballungsgebiet. Und trotzdem solche Zustände herrschen.


    Klar kannst du jetzt die Pendlerpauschale weglassen, da würden in unserem Fall so knapp 1000 € im Jahr wegfallen. Würde aber außer dem finanziellen Verlust null umdenken bringen. Weil eine andere Art der Anreise zur Arbeitsstelle einfach nicht praktikabel ist. Und nein, wir verkaufen nicht unser Eigentum um näher an den Arbeitsplatz zu ziehen.

  • Es gibt ja Beispiele wo das funktioniert. Göteborg hat mich da sehr beeindruckt. Aus jedem Vorort fahren alle 10 Min Busse in die Stadt. Auf allen Zufahrtsstraßen gibt es ausgewiesene Busspuren, die Ampelschaltungen sind auf Busse ausgerichtet, die ganze Bezahlerei erfolgt kontaktlos oder per App. Die Busse sind dazu sauber und modern. Da macht das dann auch Spaß.

  • Es gibt ja Beispiele wo das funktioniert. Göteborg hat mich da sehr beeindruckt. Aus jedem Vorort fahren alle 10 Min Busse in die Stadt. Auf allen Zufahrtsstraßen gibt es ausgewiesene Busspuren, die Ampelschaltungen sind auf Busse ausgerichtet, die ganze Bezahlerei erfolgt kontaktlos oder per App. Die Busse sind dazu sauber und modern. Da macht das dann auch Spaß.

    Genau so muss es laufen. Dazu gehört halt politischer Wille. Und der ist in Deutschland leider kaum vorhanden. Leider auch bei der SPD nicht.

  • Den Anreiz muss man auf andere Art und Weise schaffen. Als ich noch gearbeitet habe, hatte ich mit dem Auto eine Fahrtzeit von 20 bis 25 Minuten für 23 Kilometer. Mit Öffis hätte ich etwa 2 Stunden pro Weg gebraucht. So hoch kann keine Ökosteuer sein, um den Verlust an Lebenszeit auszugleichen. Bekannte aus dem Rheinland sagen mir ähnliches. Lieber eine Stunde Stau als unzuverlässige Züge. So lange die Öffis keine Alternative sind, gibt es keine Lenkungswirkung.

    Lustigerweise empfinde ich es im Rheinland genau umgekehrt. Die wenigen Male die ich mit dem Auto von Bonn nach Köln fahre brauche ich länger und bin genervter als mit der Bahn. Klar, hier läuft nicht alles rund mit der Bahn, aber in der weit überwiegenden Zahl der Fälle bin ich pünktlich oder mit marginalen Verspätungen an meinem Arbeitsplatz, während ich mich mit dem PKW (auch dank maroder Brücken) von Stau zu Stau hangele.

  • Die gängigste Lösung wäre, den ÖPNV massiv auszubauen damit das pendeln eben nicht mit dem Auto erfolgt.

    Wobei es hier ja durchaus noch Mittelwege gibt. Interessant könnten in meinen Augen Modelle sein, wo nur ein Teil der Strecke mit dem Auto gependelt wird. Jedes Dorf angemessen an den Nahverkehr abzubinden wird wahrscheinlich nahezu unmöglich sein. Für diese Fälle wären eng getaktete Park and Ride Lösungen an den Stadträndern optimal. Mittel- bis langfristig sollte man die Park and Ride Parkplätze dann bestenfalls mit E-Ladesäulen versehen (zumindest sofern sich E-Elektromobilität als das Zukunftsmodell herausstellt), sodass bestenfalls während der Arbeitszeit geladen werden kann und damit ein Stück weit die Ladeproblematik gelöst werden kann. Allerdings ist natürlich auch das kein Modell, was jeden konkret-individuellen Fall wie das Beispiel deiner Frau lösen würde. Für größere Entlastung könnte eine solche Lösung aber sicherlich sorgen.

  • :wacko: die Argumentationskette der Industrie klingt erstmal schlüssig - wenn man denn in shareholder-value-Kategorien denkt ....


    habe mir einen 31 Jahre alten (gezielt gesucht) Peugeot 205 Diesel aus erster Hand mit 76000 km von einem älteren Herrn aus BW zugelegt---

    das Schächtelchen ist in Sachen Komfort und Prestige beileibe nicht gaaaanz vorne ... aber :


    hat heute ein H-Kennzeichen (darf somit überall fahren), tut sich 4,5 Liter rein, hat die letzten 30 Jahre GARANTIERT keine Energie und Emissionen zur Herstellung verbraucht, hat GARKEINE Plakette - wofür auch ? - und dem Vernehmen nach sind die Briketts, die da hinten aus dem Abgasrohr fallen weniger schädlich, als die mikrofeinen Viecher die aus unseren hyperabgasgereinigten modernen Dieseln kommend bis in die äußersten Lungenspitzen fliegen ....


    ja ich weiß ! - man kann sich alles schönreden ....

    aber nach zwei relativ neuen Produkten aus WOB bin ichs leid ! - verarschen kann ich mich auch alleine ! :dontknow:

  • Wir brauchen halt mehr SUVs mit tollster Abgasaufbereitung. Und die braucht viel Platz, das passt halt nicht in so ein kleines Auto. Leider wiegt das Ding dann 1,5 Tonnen und daher braucht es halt Minimum 190 PS, damit es auch den Berg hochkommt.


    So...um 2006 hatte meine Frau mal einen Lupo 3l. Und ähm, ja kaum zu glauben, denn konnte man mit 4l Verbrauch auch locker fahren ohne sich an irgendwelche Spritspartipps zu halten. Das GING, Unglaublich und unvorstellbar heute.


    Ist schon echt der Wahnsinn was da abgeht, muss man ernsthaft sagen. Am besten bauen wir auch nur E- SUV, bloß keine Kleinwagen wie Citroen mit dem AX-Electrique vor schon 20 Jahren. Da brauchen wir dann auch wenigstens auch richtig große Batterien um die Kiste mehr als 200 km am Stück zu bewegen.


    Kleinwagen....ehrlich wo kommen wir dahin. Kriegste doch nur Rückenschmerzen in den Kisten....:wink:

  • gibt es hier jemanden, der einen, sagen wir mal Ford Ka, einer Mercedes G Klasse oder einem Audi Q7 vorziehen würde, wenn er ohne einen Cent dafür bezahlen müsste (Anschaffung, Unterhalt, etc) zwischen den Modellen aussuchen könnte?

  • gibt es hier jemanden, der einen, sagen wir mal Ford Ka, einer Mercedes G Klasse oder einem Audi Q7 vorziehen würde, wenn er ohne einen Cent dafür bezahlen müsste (Anschaffung, Unterhalt, etc) zwischen den Modellen aussuchen könnte?

    Wenn ich in einer Großstadt wohnen würde und keine Kinder hätte, definitiv ich. Da würde aber auch der Ka fast nur rumstehen.

  • gibt es hier jemanden, der einen, sagen wir mal Ford Ka, einer Mercedes G Klasse oder einem Audi Q7 vorziehen würde, wenn er ohne einen Cent dafür bezahlen müsste (Anschaffung, Unterhalt, etc) zwischen den Modellen aussuchen könnte?

    Joa, ich.


    Ein Auto brauch ich um von A nach B zu kommen. OK, da unsere Hunde sicher nicht in einen KA passen würden, wäre irgendein günstiger Kombi OK. Ich will diese Riesenkarren überhaupt nicht.

  • Wenn ich in einer Großstadt wohnen würde und keine Kinder hätte, definitiv ich. Da würde aber auch der Ka fast nur rumstehen.

    Aus genannten Gründen bin ich mit meinem Kleinwagen sehr zufrieden und würde nicht freiwillig auf einen SUV ausweichen. Der vermeintliche Gewinn an Fahrkomfort kann die Zeit, die bei der Parkplatzsuche drauf geht, kein Stück aufwiegen. Auch ein Kind wird daran nichts ändern.

  • Joa, ich.


    Ein Auto brauch ich um von A nach B zu kommen. OK, da unsere Hunde sicher nicht in einen KA passen würden, wäre irgendein günstiger Kombi OK. Ich will diese Riesenkarren überhaupt nicht.

    Genau so sieht es auch bei mir aus. Der Ka ist einfach zu klein, um mit Kindern in den Urlaub oder auch nur erkaufen zu fahren. Aber ein Octavia reicht eigentlich vollkommen aus. Wir hatten jahrelang mit erst ein und dann zwei Kindern einen Superb, wären mit einem Octavia wahrscheinlich auch gut klargekommen. Nun mit drei Kindern ist es ein Alhambra, weil alles mögliche andere (ja, auch ein Q7) keinen Platz für drei Kindersitze bietet.


    Mehr Platz als in einem Octavia oder Superb hat man im Q7 oder ähnlichem auch nicht.

  • Genau so sieht es auch bei mir aus. Der Ka ist einfach zu klein, um mit Kindern in den Urlaub oder auch nur erkaufen zu fahren. Aber ein Octavia reicht eigentlich vollkommen aus. Wir hatten jahrelang mit erst ein und dann zwei Kindern einen Superb, wären mit einem Octavia wahrscheinlich auch gut klargekommen. Nun mit drei Kindern ist es ein Alhambra, weil alles mögliche andere (ja, auch ein Q7) keinen Platz für drei Kindersitze bietet.


    Mehr Platz als in einem Octavia oder Superb hat man im Q7 oder ähnlichem auch nicht.

    Doch...den Platz hast du dafür im Geldbeutel :pfeif:

  • gibt es hier jemanden, der einen, sagen wir mal Ford Ka, einer Mercedes G Klasse oder einem Audi Q7 vorziehen würde, wenn er ohne einen Cent dafür bezahlen müsste (Anschaffung, Unterhalt, etc) zwischen den Modellen aussuchen könnte?

    Ich. Auch dann, wenn ich nicht in einer Großstadt wohnen würde. Allerdings keinen Ford, sondern ein Modell von Toyota.