Und weiter geht's in Iserlohn....

  • Wieder alles im Griff...ohhhoohhhhoohhh auf dem sinkenden Schiff...ohhooohooohhhoo.....! *träller*


    :rofl: :groehl:

    Von allen Dingen die mir verloren gegangen sind, habe ich am meisten an meinem Verstand gehangen! :warum:


    :woohoo:

  • Ist zwar der Plan für Niedersachsen, passt aber trotzdem:


    https://www.noz.de/deutschland…nhaeuser-im-land-kann-weg


    Wir müssen in Deutschland weg davon, dass sich jedes Kaff ein Krankenhaus hält. Die Holländer machen es vor. Die haben zig Häuser dicht gemacht, sich auf große Kliniken konzentriert und die ambulante Versorgung vor Ort verstärkt. Das ist genau der richtigen Weg. Ein Haus mit der Größe von Letmathe ist ein Fass ohne Boden und nicht effizient zu betreiben.

  • Die haben zig Häuser dicht gemacht, sich auf große Kliniken konzentriert und die ambulante Versorgung vor Ort verstärkt.

    Wenn dieser Weg beschritten würde: ok.

    Aber ich sehe wieder die typisch deutsche Lösung kommen, dass man Vorteile wegfallen lässt, ohne für Kompensation (also die von dir erwähnte ambulante Versorgung) zu sorgen - und damit würde sich die Situation für die Patienten objektiv verschlechtern.

  • Wenn dieser Weg beschritten würde: ok.

    Aber ich sehe wieder die typisch deutsche Lösung kommen, dass man Vorteile wegfallen lässt, ohne für Kompensation (also die von dir erwähnte ambulante Versorgung) zu sorgen - und damit würde sich die Situation für die Patienten objektiv verschlechtern.

    Die Situation wird doch eh schlechter. Das Haus kann keine Fallzahlen generieren, also kaum Weiterbildungsermächtigungen bekommen. Damit wird das Haus für Ärzte uninteressant. Und dann leidet automatisch die Versorgung. Ein Haus von der Größe kann nur im Verbund überleben. Und auch nur dann, wenn die starken Häuser stützen. Die Unterstützung wird nun verweigert. Vielleicht hat Agaplesion ja Interesse und versucht mit dem Bethanien was zu machen. Dann hätte Letmathe ne Chance.

  • . Vielleicht hat Agaplesion ja Interesse und versucht mit dem Bethanien was zu machen. Dann hätte Letmathe ne Chance

    Ehrlich gesagt, wieso soll sich den Agaplesion direkt im Umkreis des AKH Hagen Konkurrenz machen. Machen die sonst recht selten.


    Ansonsten hast du aber komplett recht. Dieser KH Wahnsinn mit zig Häusern in einer Stadt welche am besten noch die gleichen Fachrichtungen anbieten, muss audhören. In Dortmund hört man gerade das das Klinikum Westfalen, ehemals Knappschaft, seine Intensivbetten reduzieren muss weil es nicht mehr genug Pflege gibt.

    Kein Wunder wenn man in der gleichen Stadt mit zwei weiteren Schwergewichten wie Klinikum DO und JoHo und einem weiteren Player mit der Lukas Gesellschaft auseinandersetzen muss. Das ist Irsinn, was wir hier in Deutschland und besonders in NRW mit den KH treiben.

    Da ist so ein KH wie Letmathe ein Scherz. Das ist ein Subventionsgrab. Solche Krankenhäuser sind nicht mehr tragbar.

  • Die Politik mischt sich zu sehr ein. Kein Lokalpolitiker will Schuld sein, wenn das Krankenhaus vor Ort dicht macht. Dabei befeuern Bund und Länder diese Entwicklung. Ich sehe den Wahnsinn in Arnsberg. 3 Krankenhäuser für 72.000 Einwohner. Das ist Irrsinn. Die sollen in Hüsten auf der grünen Wiese nen Neubau hochziehen und die alten Ruinen dicht machen. Und die medizinische Versorgung ist zumindest in Neheim und Arnsberg mit Katastrophe noch wohlwollend bezeichnet.


    Ein Haus mit den Fallzahlen von Letmathe dürfte im Jahr 4 bis 5 Millionen Verlust machen. Die werden bei der Größe keinen lukrativen Versorgungsauftrag bekommen, von fehlenden Synergieeffekten beim Einkauf ganz zu schweigen. In Einbeck gab es in vergleichbarer Situation die Idee eines Bürgerkrankenhaus. Die kamen nach Anfangseuphorie nie auf einen grünen Zweig und gingen 2018 in Insolvenz. Im Fall Letmathe muss man ja nicht mal Sorge um die Beschäftigten haben. Die werden auf dem Arbeitsmarkt gesucht. Für den Iserlohner Stadthaushalt kann man nur hoffen, dass Vernunft über Symbolpolitik siegt.

  • Ein Haus mit den Fallzahlen von Letmathe dürfte im Jahr 4 bis 5 Millionen Verlust machen. Die werden bei der Größe keinen lukrativen Versorgungsauftrag bekommen, von fehlenden Synergieeffekten beim Einkauf ganz zu schweigen.

    Der Einkauf ist da nicht das Problem, da sie zu den Märkischen Kliniken gehören und über Lüdenscheid versorgt werden. Die sind wiederum Sana assoziiert. Aber trotzdem sind solche Häuser nicht tragbar. Und davon ab, ist eine Konzentration auf spezialisierte Zentren auch für die Patienten wichtig. Ich möchte nicht in einem Haus Notfall mäßig behandelt werden, das sich nicht mit der Indikation auskennt.


    Ich habe vor kurzem bei einem kleinem Haus in der Niederrheinregion gesagt bekommen, das man noch nicht mal eine akut dekompensierte HI astrein diagnostizieren könne, wenn der einzige Kardiologe im Haus Feierabend hat. Da nutzt mir kein kleines KH vor der Haustür, wenn so etwas nicht garantiert werden kann.

  • Erstens hat Letmathe, bis auf 2018, in jedem Jahr Gewinne erzielt. Zuletzt wurde das KH förmlich runtergefahren (keine Neubesetzung der Cafeteria, Abzug von wichtigem Personal). Wurde da ein Haus vorab bewußt heruntergefahren? Für die Schließung erhält der Betreiber 20Mio Euro. Ein Schelm...

    Zweitens: Wenn Überbestände an Betten abgebaut werden müssen, warum dann in den Regionen, die bereits unter dem Versorgungsschnitt liegen? Wie geschrieben gibt es in Arnsberg beispielsweise drei Kliniken.

    Drittens: Eine Gesellschaft sollte sich fragen, was ihr die Versorgung vor Ort wert ist und ob es gut ist, wenn Patienten und Besucher kilometerweit zum nächsten KH fahren müssen. Nach der Schließung vom KH Hohenlimburg ist es nämlich ziemlich dünn in der Region.

  • Gibts für die 20 Millionen eine Quelle? Würde mich mal interessieren, wer die zahlt und mit welcher Begründung. Das Land um den Abbau von Überkapazitäten zu fördern?

    Zitat

    „Der Skandal ist, dass Bund und Land aus dem Krankenhaus-Strukturfonds nur dann Millionensummen an die Kommunen auszahlen, wenn die Krankenhäuser geschlossen werden“, so Manuel Huff, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE. im Kreistag.

    Die durch CDU, SPD und FDP gesetzten politischen Rahmenbedingungen haben ein konkretes Ziel: kleine Krankenhäuser zu schließen. Zum sogenannten Umbau der Krankenhauslandschaft werden bis zu 90% der Schließungskosten erstattet. Das sind beim Marienhospital bis zu 20 Mio. Euro. Notwendige Investitionen, die einen Standort sichern können, müssen jedoch von den Klinikbetreibern selbst getragen werden.


    https://www.dielinke-iserlohn.…die-schliessung-stimmen0/

  • Dann bekommt das Geld aber doch die Kommune und nicht die Klinik.


    Inhaltlich ist es übrigens richtig die kleinen Häuser zu schließen. Ein kleines Haus kann die Ausstattung die für eine Vollversorgung nötig ist, gar nicht tragen. Nimm mal eine Erstversorgung beim Herzinfarkt als Beispiel. Um ein Herzkatheterlabor zu betreiben, muss man erstmal immens in die Geräte investieren. Dazu benötigt man für einen arbeitszeitgesetzkonformen Dienstplan einen Chefarzt, 3 bis 4 Oberärzte und 6 bis 7 Assistenten um 24/7 abzudecken. Da bist du bei jährlichen Personalkosten von knapp 1,5 Millionen. Das erwirtschaftet ein kleines Haus niemals. Aus dem gleichen Grund machen ja überall die Geburtshilfen dicht.


    Unter 250 Planbetten hat ein Haus heute keine Chance mehr wirtschaftlich zu überleben. Ausnahme man wird eine reine Fachklinik, z.B. für Orthopädie oder Psychiatrie. Dann geht das, weil die Fälle extrem hoch bewertet sind. Aber ein Grundversorger hat keine Chance.

  • Ich würde als Bürger auch nicht so sonderlich auf die wohnortnahe Versorgung pochen. Zumal gerade hier in NRW die Versorgung auch wohnortnah bleibt wenn so ein kleines Haus schließt.

    Bei einem ernsten gesundheitliche Akutproblem, würde ich lieber direkt in ein Haus kommen, welches eine volle Diagnostik vorhält und in dem ich weiß, das dort eine entsprechend hohe Erfahrung in dem Bereich herrscht. Das kann ein so kleines Haus der Grundversorgung nicht bieten. Wenn man Glück hat, erkennt man dort die Schwere des Problems, dann landet man eh in einem anderen Haus. Wenn ich aber Pech habe, erkennt man es aber auch aus mangelnder Erfahrung nicht. Dann habe ich ein wohnortnahes aber richtig schweres Problem.

    Die ganzen kleine KH die in den letzten 2-3 Jahren hier im Umkreis geschlossen wurden, KH Elsey, KH Bethanien Dortmund, Marienhospital Hagen, waren doch keine Krankenhäuser mehr bei denen man ernsthaft einen Aufenthalt in Erwägung ziehen wollte. Manche von Ihnen dienen heute als Spezialhäuser wie Elsey oder das ehemalige Bethanien, da haben sie auch ihre Berechtigung aber ansonsten waren sie einfach aus der Zeit gefallen. In Elsey suchte man z.B. ein Jahr lang einen Kardiologen, fand aber keinen. Weil solche Häuser auch für Ärzte hoch unattraktiv sind. Und sowas ist das für den Patienten auch hochgefährlich. Da landet man dort und es ist kein Facharzt dar. Und ob der Rest der Ärzteschaft so die Creme de la Creme ist, sollte man sich auch überlegen.

    Nee.....da würde ich persönlich er auf die Wohnortnahe Versorgung verzichten und mich in ein Haus begeben wollen, welches über die entsprechende Technik und erfahrenes Personal verfügt. Zumal das hier doch eh alles keine Strecken sind.

  • Bertelsmann-Studie empfiehlt Schließung aller Krankenhäuser bis auf eine Superklinik in der Mitte von Deutschland


    Zitat

    Das alte Mantra, dass jeder Bürger nur maximal 30 Minuten vom nächsten Krankenhaus entfernt leben sollte, ist nach Ansicht der Studienautoren überholt. "Wenn dort kein Facharzt verfügbar ist oder nicht die passenden Geräte vor Ort sind, hat die Klinik einen gravierenden Qualitätsnachteil. Die meisten Patienten würden es sicher bevorzugen, im Falle eines Herzinfarkts lieber 500 Kilometer weiter transportiert zu werden, um dann aber von den besten Spezialisten Deutschlands behandelt zu werden."