8. Spieltag Iserlohn Roosters vs. Fischtown Pinguins

  • Geld? Weniger Zuschauer im Stadion, schlechtere Quote bei der Übertragung.... Hmm, ich rechne dann nochmal nach für wen das mehr Geld bringt...

  • „Hallo Fans!


    Am Donnerstagabend sitzt man um 19:30 Uhr eigentlich gemütlich mit der Frau oder der Familie beim Abendessen, nun aber werden wir an einem Tag unter der Woche in die Eishalle gehen um unserer Mannschaft beizustehen. Viele von uns sind heute leider nicht hier, die Arbeit hindert sie daran dieses Spiel, gemeinsam mit ihren Freunden, anzusehen und das obwohl die meisten in der Vergangenheit nie ein Heimspiel versäumt haben. Aber da war Eishockey auch noch am Wochenende.


    Die Zerstücklung des Spielplans begann nicht erst letzte Saison. Die Verlegung mancher Spiele aufgrund von Länderspielen ist sportlich nachvollziehbar und dies möchten wir hier auch überhaupt nicht kritisieren. Es geht viel mehr um die Entwicklung, dass der Fokus der DEL immer mehr vom Geschehen in den Hallen abschweift. Die Telekom will am liebsten jeden Tag der Woche Spiele der DEL übertragen, eine Entwicklung die letztes Jahr mit den Donnerstagsspielen angestoßen wurde. Wir lehnen diese Art der Kommerzialisierung strikt ab und verweisen darauf, dass der Zuschauer vor dem Fernsehgerät um keinen Preis wichtiger werden darf, als der Fan in den Eishallen. Eishockey ist Freitags und Sonntags!


    Wir betrachten diese Entwicklung als Frontalangriff auf die gewachsene Eishockeykultur in Deutschland und haben uns deshalb letztes Jahr gemeinsam mit 93 anderen Fanclubs aus 12 DEL-Standorten, davon 13 aus Iserlohn, zusammengeschlossen, einen offenen Brief an die DEL geschrieben und den Protest in die Halle getragen. Die Fans waren schon zu ECD Zeiten ein großer und wichtiger Bestandteil des Sauerländer Eishockeysports. Diese gelebte Leidenschaft, dieses Engagement für den Verein, welches uns Tag für Tag und Jahr für Jahr Freude bereitet und uns auszeichnet geht mit dieser Entwicklung Schritt für Schritt zu Grunde. Vereine sind mit der Zeit auswechselbar geworden. Es scheint so als würden sich bestimmte Clubs nur noch durch verschiedene Namen und Farben unterscheiden. Bei vielen großen Traditionsvereinen ist dies schon der Fall, egal ob Berlin oder Mannheim. Es ist an der Zeit sich gegen diese Entwicklung zu stellen! Wir können und dürfen uns nicht weiter als mündige Fankultur abstempeln lassen, welche Stimmung für das Fernsehen „erzeugen“ soll, aber sich öffentlich bloß nicht kritisch äußern darf. Jeder einzelne, der heute noch davon spricht, dass wir in Iserlohn „anders“ sind oder das Wort „Hölle“ benutzt, ist in der Verantwortung seinen Teil dazu beizusteuern, sodass auch die nächste Generation noch eine laute, bunte und vor allem Stimmungsvolle Eishalle mit all den verschiedenen Leuten, die am Wochenende zusammenkommen, erleben kann. Dies ist mit einer fanunfreundlichen Zerstücklung des Spielplans nicht möglich!


    Aus diesem Grund haben wir, die Stehplatzmitte Iserlohn, einen drastischen Entschluss gefasst, der in unseren Augen aber leider den einzig ehrlichen Weg darstellt. Es schmerzt uns sehr, dass gerade unsere Mannschaft die Leittragenden sind. Man hat sich seitens der Fans bundesweit bemüht einen sachlichen Dialog mit der DEL zu führen. Auf eine offizielle öffentliche Stellungnahme seitens der DEL wartet man aber bis heute vergebens.


    Mit der Mannschaft sind wir vor diesem Spiel in Kontakt getreten und haben sie über unsere Bewegungsgründe aufgeklärt.

    Wir werden zukünftig bei allen Donnerstagsspielen den Support über die kompletten 60. Minuten einstellen.


    Gerne könnt Ihr mit uns sprechen, entweder am Infostand oder bei den bekannten Personen im Block. Hinterfragt uns gerne, tut dies aber auch der Telekom und der DEL gegenüber und denkt nach, ob die Zukunft des deutschen Eishockeys so trist Aussehen soll wie beispielsweise in München. Geld macht nicht glücklich!


    Detaillierte Informationen zu dem offenen Brief und den Protesten in der letzen Saison: https://www.facebook.com/gegenSpieltagsZerstueckelung/


    - Stehplatzmitte Iserlohn

    Ultras Iserlohn

  • Ich werde mich unbeliebt machen, aber ich sehe das anders! Die Telekom zahlt nun mal einen nicht unbeachtlichen Betrag für die Rechte, und da sind die Kosten für die Übertragungen noch nicht mal eingerechnet. Dazu finde ich einen 10-er als Abonnent absolut fair, und ich genieße die Live Übertragung der Auswärtsspiele.

    Und Wir reden hier von ein paar Donnerstagsspielen, und der Aufschlüsselung am Sonntag, was ich manchmal gar nicht verkehrt finde!

    Ist selbstverständlich Euer gutes Recht, aber ich hoffe ,,der Rest der Halle" reagiert entsprechend, und macht richtig Radau!

  • Nachvollziehbare Entscheidung, die es zu respektieren gilt. Ob das allerdings, auch wenn es Ligaweit durchgeführt wird, etwas bringt wage ich allerdings dennoch zu bezweiflen. Fass das bitte nicht als Kritik an der Vorgehensweise auf. Wie er gesagt die Entscheidung ist nachvollziehbar, denn auf die Spieltagszerstückelung haben wir vermutlich alle keine Lust. Die Vereine und damit die Liga wird es aber vermutlich erst jucken wenn es ans Geld geht und das ist erst der Fall, wenn die Karten-, Würstchen- und Getränkekäufer wegbleiben.

    Von daher denke ich wird es denke ich nichts bringen. Ich werde es morgen in die Halle schaffen und deshalb auch gehen. Von daher wie gesagt nicht als Vorwurf, nur als Anmerkung auffassen.

  • Puh, die kompletten 60 Minuten ist schon happig.


    Grundsätzlich bin ich da komplett auf eurer Seite, das ist aber schon ne richtige Wumme. Der Link in Hansus Post funktioniert bei mir nicht, deswegen konnte ich mich nicht über die Proteste letzte Saison informieren - in welchen Stufen wurde das eskaliert, dass man jetzt bei 60 Min ohne Stimmung angekommen ist?


    Ich bin ganz ehrlich, eigentlich war ich heiss wie Sau morgen mal wieder in die Halle zu kommen, aber so... Ist natürlich vielleicht das einzige Mittel das wir Fans noch haben.

  • (...) Der Link in Hansus Post funktioniert bei mir nicht, deswegen konnte ich mich nicht über die Proteste letzte Saison informieren (...)

    Problem gefunden. Link sollte jetzt funktionieren.

  • Grundsätzlich gab es vor 30 Jahren schon Spiele unter der Woche, Zeiten ändern sich...


    Vielleicht freuen sich, in Zeiten von Contischicht und Wochenendarbeit auch Leute drüber, da sie gerade Wochenende haben und endlich mal live in die Eishalle können.

    Kann man auch mal drüber nachzudenken, da ist nämlich nicht nur der Spieltag im Arsch, sondern oftmals das ganze soziale Leben!

  • Ich finde es nur konsequent und richtig, die Entscheidung sollte man aber vorallem respektieren.

    Niemand wird gezwungen zu singen oder zu schweigen, das kann jeder für sich selbst entscheiden.


    Im letzten Jahr haben alle großen und relevanten Fanclubs und -Gruppen aus Iserlohn den offenen Brief unterzeichnet, leider hat man darauf seitens der Liga nicht reagiert.


    Nichtsdestotrotz werden wir BHV heute weghauen, ob mit oder ohne Support.

  • Wie gesagt, es darf und soll jeder seine Meinung haben.

    Wenn es nach deinem Argument geht dann hat man aber eine Menge Spiele, bei denen nur 300 Leute da sind.


    Ob man bei der Telekom oder der Liga damit etwas erreicht sei mal dahingestellt, wenn man aber erst garnix tut wird man definitiv nichts erreichen.

    Ob dann ein 60 minütiges Schweigen die kreativste Lösung ist kann man sicher drüber streiten.

  • Ich meine die Frage wirklich total ernst und will auch gar nicht trollen: Wo ist das Problem mit Donnerstags? Wir haben im Spielplan acht Dienstags und Mittwochs-Spiele die wohl normal supportet werden. Was unterscheidet die von dem Donnerstagstermin - den es ja auch schon fast seit der Iserlohner DEL Zugehörigkeit gibt und nur in den letzten Sky- und ServusTV-Jahren nicht mehr regelmäßig im Spielplan war?

    Arguing with racist people is like playing chess with a pigeon.

    It doesn't matter how good you are, the pigeon is going to knock all the pieces down and shit on the board and parade around like he's won.

  • Aus diesem Grund haben wir, die Stehplatzmitte Iserlohn, einen drastischen Entschluss gefasst, der in unseren Augen aber leider den einzig ehrlichen Weg darstellt. Es schmerzt uns sehr, dass gerade unsere Mannschaft die Leittragenden sind. Man hat sich seitens der Fans bundesweit bemüht einen sachlichen Dialog mit der DEL zu führen. Auf eine offizielle öffentliche Stellungnahme seitens der DEL wartet man aber bis heute vergebens.

    Das schmerzt beim Lesen. :schweig: