Gewählt wird immer...

  • Spaß beiseite,es muss sich dringend was tun in diesem Land,um diese Rassisten nicht noch weiter erstarken zu lassen.

    Meine Meinung ist da von einem starken Pessimismus bis hin zu Fatalismus getragen und ich glaube, dass man die Entwicklung nicht stoppen kann, weil sich gewisse Dinge in der Geschichte immer wiederholen - weil auch die Rahmenbedingungen die selben sind.


    Die NSDAP ist damals nicht (nur) an die Macht gekommen, weil alle Deutschen auf einmal verkappte Rassisten waren, sondern weil sich ein Großteil der Bevölkerung vor gravierenden Problemen gesehen hat, die nicht gelöst werden konnten und die sich immer mehr verschärft haben - und dann kam jemand, hat (scheinbar) "angepackt" und hat dazu einfache Lösungen in einer immer komplizierter werden Welt aufgezeigt.


    Kommt das niemandem bekannt vor?


    Guckt euch die heutige Zeit doch einmal an:

    Dem Osten wurden blühende Landschaften versprochen - und nun bekommt er eben die Breitseite der Kapitalismus-Realität ab: Arbeitslosigkeit, verödende Landstriche, Zukunfts- und Perspektivlosigkeit.

    Die Gesellschaft wird immer älter, dementsprechend wird sich auch die Lage im Renten- und Pflegebereich kontinuierlich zuspitzen.

    Die EU wirkt für viele wie ein Selbstbedienungsladen, auf der einen Seite werden Fantastillionen für Bankenrettungen ausgegeben, auf der anderen Seite fehlen Gelder im Kleinen und für Projekte, die den Bürgern wirklich nahe sind.

    Vieles ist komplexer und undurchschauberer geworden.

    Im Bundestag erlebt man eine immer größere Zersplitterung der Parteien, die auch in der Weimarer Republik dazu geführt hat, dass man kaum noch regierungsfähig war.


    Ich bin der Meinung, dass keine Partei der Welt diese Entwicklungen stoppen kann und wird - es verdienen nämlich zu viele zu gut am Casinokapitalismus und daran, dass die soziale Schere immer weiter auseinander klafft.

    Unser gesamtes Wirtschaftssystem (und damit meine ich nicht nur Deutschland, sondern weltweit) fußt darauf, dass es immer einen großen Anteil von Menschen gibt, die am untersten Ende des Existenzminimums herumkrebsen und kaum überleben können.

    Ideen eines bedingungslosen Grundeinkommens halte ich für sozialromantische Spinnerei, die nur dazu führen würde, dass die Preise explodieren und innerhalb kürzester Zeit die Bezieher dieses Grundeinkommens wieder nur über das absolute Existenzminimum verfügen.


    Noch jammern wir auf relativ hohem Niveau - aber wenn sich die Spirale weiter dreht, wird es irgendwann "knallen" - wie auch immer das aussehen mag, ob es dann vermehrt Bürgerkriege geben wird oder ob das Ganze auch wieder auf internationale Konflikte ausgeweitet wird.


    Solche Entwicklungen schwemmen immer diejenigen nach oben, die "einfache Lösungen" proklamieren, egal ob es die Nationalisten und Separatisten in Europa sind oder eben ein Trump in den USA mit seinen auf das Mindeste reduzierte Milchmädchenrechnungen. Auch dort wird doch kein Demokrat und kein Republikaner auf dieser Welt etwas daran ändern können, dass z.B. die völlig marode amerikanische Automobilindustrie nur teuren Schrott hervorbringt, der auch noch völlig am Weltmarkt vorbei produziert ist - schon jetzt sehen viele Straßenzüge in Detroit aus wie aus irgendeinem bürgerkriegserschütterten Dritteweltland.


    Ergo:

    Machen wir's wie immer, legen irgendwann alles in Schutt und Asche - und dann können sich irgendwann die wenigen Verbliebenen wieder eines Aufschwungs, eines Wirtschaftswunders und eines mittelfristigen Friedens erfreuen.

    Wenn man jeden Tag 1 Stunde joggt, lebt man 2 Jahre länger.
    Dumm nur, dass man dann 4 Jahre gejoggt ist.

    Einmal editiert, zuletzt von angelo76 ()

  • Was aber das wirklich Erschreckende ist:

    Zu Anfang hieß es "Die AfD sind keine Nazis" - und es mochte sogar auf einen Großteil der Mitglieder und Anhänger stimmen.


    Nach und nach sind die halbwegs Vernünftigen (zu denen ich zB Lucke und Petry zählen würde) aus der Partei gedrängt worden und die waschechten Extremisten haben das Ruder übernommen - trotz dessen gibt es dort noch Strategen wie den Poggenburg, die selbst für die neu ausgerichtete AfD noch zu extrem waren und aus ihrer Gesinnung keinen Hehl machen - und trotz dessen viel Zuspruch erhalten.

    Spätestens jetzt kann niemand mehr behaupten, er würde dort keine Extremisten unterstützen bzw. wählen.

    Ich bin noch immer stinksauer auf Lucke und nicht bereit, ihn als armes, aus der Partei gedrängtes Opfer anzusehen. Er ist derjenige gewesen, der der Versuchung erlag, am ganz rechten Rand zu fischen und mit seiner Partei eine Plattform bot. Er hat das Spiel so lange mitgemacht, wie es ihm machttaktisch nützlich war. Und dann hat sich auf einmal - ganz überraschend - eine Eigendynamik entwickelt.


    Bei Petry war es ähnlich, nur dass ich sie nicht mal ansatzweise zu den halbwegs Vernünftigen zählen würde. Dieses Urteil ist allenfalls im relativen Verhältnis zu den ganz harten rechten Spinnern zutreffend. Isoliert betrachtet fand ich ihre Äußerungen und ihr Auftreten schon immer unmöglich.


    Das hat auch nichts mit klassischem rechts-/links-Denken zu tun. Ich zähle nicht zu diesem Lager, aber mit einem „normalen“ Konservativen habe ich keine Probleme, auch wenn ich viele seiner Ansichten nicht teile.