Die kranke Welt in der wir leben

  • Ich bitte um Entschuldigung.

    Es war mir nicht deutlich genug bewusst, dass sowas wie Brandbomben in einem Restaurant, brennende Menschen und bewaffnete Terroristen die sich auf den IS berufen und Geiseln nehmen, inzwischen zum Alltag gehören

    und man die Hintergründe in der Presse nicht beleuchten muss...Sorry!

    Die Gefahr kommt ausschließlich von rechts! Alles andere ist bitte nicht zu hinterfragen :D:D

  • Ich glaube, er möchte Berichte wie "Seine Großcousine war mal mit dem 3. Schwippschwager des Urenkels der ermordeten Waschfrau Stalins zusammen, wir haben zuerst den Verkäufer des Taschentuchs im Molotov-Cocktail gesprochen und Schuld sind die Flüchtlinge" lesen.


    Ansonsten höre ich Berichte über recht viele Details und dass man noch nicht tiefgründig hintergründig berichten kann, weil man eben noch nicht so viel über die Beweggründe der Tat weiß. Für Mutmaßungen und reißerische "Hintergründe" sind die ÖR zum Glück nicht von mir bezahlt.


    Was auch immer es bedeuten soll, dass solche Untaten zum Alltag gehören sollen. Vermutlich bin ich zu dumm, braune Scheiße entschlüsseln zu können...

  • Fast so belustigend wie die Spacken von der AfD. Auf der einen Seite vor lauter "Lügenpresse" schreien nicht in den Schlaf kommen, aber gleichzeitig nutzt so ein Hetzer wie Meuthen eine Plattform wie "Anne Will", um seine braune Weltansicht rauszutröten....

    Passt nicht so 100%ig (weil mir das Thema #fD die Spucke nicht wert ist), doch ein guter Bericht bei arte, u.a. zum Thema Medien und deren Einfluss:

    "Jede Regierung lügt - Wahrheit, Manipulation und der Geist des I. F. Stone"


    https://www.arte.tv/de/videos/…_cSV_4nVmiDlusq1g25piPzaE

  • Ich bitte um Entschuldigung.

    Es war mir nicht deutlich genug bewusst, dass sowas wie Brandbomben in einem Restaurant, brennende Menschen und bewaffnete Terroristen die sich auf den IS berufen und Geiseln nehmen, inzwischen zum Alltag gehören

    und man die Hintergründe in der Presse nicht beleuchten muss...Sorry!

    Die Gefahr kommt ausschließlich von rechts! Alles andere ist bitte nicht zu hinterfragen :D:D


    Und genau das ist die verzerrende Darstellung, die gerne als Instrument extremer politischer Flanken genutzt wird.


    Eine späte, gesicherte und vor allem nicht von Polemik getragene Berichterstattung wird als "gar keine Berichterstattung" oder ein "Nicht-Beleuchten" dargestellt.

    Und das ist nicht nur billig, sondern schlichtweg falsch.


    Ich kann dir einmal schildern, wie ich mich gestern verhalten, bzw. informiert habe.

    Ich habe früh von den Vorfällen in Köln gelesen (Fakten zu diesem Zeitpunkt: Geiselnahme im HBf, andere verletzte Personen, ein Zusammenhang mit der Geiselnahme war noch nicht bestätigt).

    Ich habe dann noch einmal quer gelesen, das aber schnell abgebrochen, denn: mehr war einfach noch nicht sicher.

    Und ja, ich vertraue da noch immer den bekannten Medien und der Polizei, was natürlich nicht in den Weltbild von Systemmedien und gleichgeschalteter Berichterstattung passen wird.


    Bringt es dann etwas, dass die Spekulationen ins Kraut schießen?
    Dass man vorschnelle Verdächtigungen ausspricht?

    Wird dadurch irgendwer eher gerettet oder geschützt?


    Nein!


    Am späteren Nachmittag gab es dann weitere Meldungen:

    - die Geiselnahme konnte beendet werden

    - der Täter wurde dabei schwer verletzt (Reanimation)

    - die Geisel konnte weitgehend unverletzt gerettet werden

    - die Sperrung des Bahnhofs sollte aber wegen der Nachbearbeitung des Falles zunächst gesperrt bleiben

    - über die Person des Täters und dessen Motive war noch nichts offiziell bekanntgegeben worden

    - um 19 Uhr sollte es eine PK geben


    War mein Informationsbedürfnis zu diesem Zeitpunkt gestillt?


    Ja!

    Insbesondere deswegen, weil ja abzusehen war, dass es in Kürze (19 Uhr) eine entsprechende PK geben würde, die den Fall umfassend darstellt - und das ist wie angekündigt geschehen.


    Jetzt darf man auch gerne deuten, interpretieren und politische Schlüsse ziehen - aber dieser ewige Wettstreit um noch aktuellere, aber letztlich auch vage Berichterstattung ist einfach nur noch widerlich.

    Ganz wichtig natürlich auch, dass gestern wieder einmal Berichterstatter den Einsatzkräften im Weg herumgeturnt sind, aber zum Glück keinen größeren Schaden angerichtet haben.


    Wie gesagt, dass nicht berichtet wird, ist einfach völliger tendenziöser Bullshit.

    Man sollte eben nur in dem Ausmaß berichten, wie es etwas zu berichten gibt - und ansonsten sowohl als Journalist als auch als Konsument der Medien in der Lage sein, die Füße eine zeitlang still zu halten.

    Noch widerlicher wird die Berichterstattung nur, wenn es zu Vorfällen mit mehreren Toten kommt - dann scheinen sich die Medien darin überbieten zu wollen, wer bereits eine größere Anzahl von Opfern vermelden kann.


    Aber Zurückhaltung kann man offenbar von Volksgruppen, die sich inzwischen an Opfern erfreuen und nur mit den Füßen scharren, dass ihr Weltbild wieder bestätigt wird, nicht mehr erwarten. Und das ist einfach nur ebenso zynisch wie widerwärtig.

    Wenn man jeden Tag 1 Stunde joggt, lebt man 2 Jahre länger.
    Dumm nur, dass man dann 4 Jahre gejoggt ist.

    5 Mal editiert, zuletzt von angelo76 ()

  • Aber er hat auch in einigen Punkten recht.

    Man stelle sich mal vor, dass ein "Rechter" einem syrischen Mädchen mit einem Molotow-Coktail schwere Verletzungen zufügt und anschließend eine Türkin mit diversen Mitteln zur lebenden Fackel machen will.

    Da wäre der Aufschrei aber um einiges größer.

    Das beste Beispiel für diese unterschiedliche Betrachtungsweise sehen wir ja durch das momentane "Regierungs-Chaos" was durch einen Satz von Hr. Maas ausgelöst wurde.

  • Aber er hat auch in einigen Punkten recht.

    Man stelle sich mal vor, dass ein "Rechter" einem syrischen Mädchen mit einem Molotow-Coktail schwere Verletzungen zufügt und anschließend eine Türkin mit diversen Mitteln zur lebenden Fackel machen will.

    Da wäre der Aufschrei aber um einiges größer.

    Das beste Beispiel für diese unterschiedliche Betrachtungsweise sehen wir ja durch das momentane "Regierungs-Chaos" was durch einen Satz von Hr. Maas ausgelöst wurde.

    Also Regierungs-Chaos sehe ich auch. Aber wieso wurde das durch welchen Satz von Herrn Maas ausgelöst?


    Ich glaube übrigens, dass die Berichte über den von dir konstuierten Vorfall ähnlich ausführlich wären wie jetzt auch. Jedenfalls wurde über die Ermordung des Deutschen in Chemnitz sehr ausführlich berichtet. Aber diese Diskussion ist eigentlich auch egal, weil sowieso keiner einen Nachweis bringen kann, wie bei einem fiktiven Fall die Berichterstattung gelaufen wäre.

  • Jedenfalls wurde über die Ermordung des Deutschen in Chemnitz sehr ausführlich berichtet.

    Ist eigentlich der Grund für die Auseinandersetzung mittlerweile bekannt, ich kann leider nichts finden.

    You're at home baby!


    "Mein Unternehmen zu verkaufen nur um auf einem Topf Geld zu sitzen und über dessen Anlage nachzudenken – das ist keine Beschäftigung."
    (c) Carl Manner 1929 - 2017


    Geh auf Reisen vor dem Sterben, denn sonst reisen deine Erben.

  • Was mir aber bei der Kölner Geiselnahme Bauchschmerzen bereitet, sind 2 Umstände:


    1. Der Täter war 13-fach vorbestraft.

    Und ja, ich weiß, die Zahl alleine sagt nicht aus, es hätten auch kleinere Delikte sein können - aber bei ihm waren es neben Drogenhandel und Raub auch schon Gewaltdelikte und Bedrohung.


    Kann es wirklich überraschen, dass dann die Stimmung weiter kippt und hinterfragt wird, wieso "so jemand" weiter frei herumlaufen und andere gefährden kann? Und ob es nicht doch Möglichkeiten gibt, das Recht auf Duldung/Asyl zu verwirken oder zumindest in relevantem Maß einzuschränken?


    Mir ist der einschlägige Paragraph in der Genfer Flüchtlingskonvention durchaus bekannt, dass keine Ausweisung erfolgen darf, wenn weitere Verfolgung oder Gefahr droht - es kann aber meinem Empfinden nach nicht sein, dass dieser Umstand als Freibrief für weitere Straftaten genutzt werden darf.

    Ich bleibe dabei, konsequenter gegen bekannte Straftäter vorzugehen (und ggf. auch den Asylstatus zu entziehen) würde das Asylrecht nicht einschränken, sondern gerade seine Akzeptanz erhöhen und die vielen anderen Flüchtlinge, die sich nichts zu Schulden lassen kommen, gerade vor einem Generalverdacht bewahren.


    So wird es aber echt immer schwieriger, dagegen zu argumentieren, dass man sich "hier ja alles erlauben kann".

    Und ebenso kann es nicht verwundern, dass solche Vorfälle wieder von den Parteien ausgeschlachtet werden, die argumentieren "sowas hätte sich ein Deutscher mal erlauben müssen, der wäre schon lange eingefahren".


    2. Ich kann es nicht mehr hören, dass gefühlt bei jeder Gewalttat (nicht nur bei Ausländern) sofort die psychischen Probleme des Täters herangeführt werden.

    Ganz ehrlich: wer bereit ist, andere Menschen bei lebendigem Leib zu verbrennen oder in Stücke zu sprengen, der kann ohnehin nicht alle Latten am Zaun haben.

    Und wer eine solche Straftat wie in Köln minutiös plant (das war allein wegen der Ausrüstung notwendig), der handelt weder aus einer Notsituation noch aus einem Affekt heraus, sondern war sich sehr wohl bewusst, was er da tut.


    Sofort wieder die Möglichkeit der Rechtfertigung oder der mildernden Umstände zu erörtern, empfinde ich als falsch und vermittelt ebenfalls in der Aufarbeitung ein falsches Bild.

    Wenn man jeden Tag 1 Stunde joggt, lebt man 2 Jahre länger.
    Dumm nur, dass man dann 4 Jahre gejoggt ist.

  • Was mir aber bei der Kölner Geiselnahme Bauchschmerzen bereitet, sind 2 Umstände:


    1. Der Täter war 13-fach vorbestraft.

    Und ja, ich weiß, die Zahl alleine sagt nicht aus, es hätten auch kleinere Delikte sein können - aber bei ihm waren es neben Drogenhandel und Raub auch schon Gewaltdelikte und Bedrohung.

    Und das seit 2015...