RAR wird wegen terroristischer Gefährdung abgebrochen

      Alex schrieb:

      Das dürfte Rosa Luxemburg gewiss begeistern, dass ihre Gedanken als Rechtfertigung fürs Stehenlassen solch verschissenen Pegidadrecks herhalten muss.

      Na dann macht mal. Viel Spaß dabei.

      Und Tschüss


      Ist das wirklich dein Ernst, dass Löschen sinnvoller ist als die Gegenrede vieler, um den Schwachsinn solcher Statements aufzuzeigen?
      "Alle, die pauschalisieren, sind doof."
      ACHTUNG: Kann Spuren von Ironie enthalten!
      Eine Demokratie lebt davon, dass man auch Meinungen akzeptieren muss die nicht in das eigene Weltbild passen. Unsere Gesetze stellen beispielsweise nicht umsonst hohe Hürden wenn es um Parteiverbote geht.

      Das zeichnet eine offene und pluralistische Gesellschaft aus und spiegelt sich auch in diesem Forum wieder. Hier sind auch alle Lager vertreten und bislang hatte ich nie den Eindruck, dass die Diskussionen hier ins extreme abgleiten, eher im Gegenteil. Ich finde es z.B. sehr interessant die Gedanken von Joe zu lesen, auch wenn wir in vielen Sachen weit auseinander liegen.

      Ich fand den entsprechenden Beitrag auch zum Kotzen, er ist auch inhaltlich komplett falsch. Aber er spiegelt auch eine Meinung wieder, die derzeit leider weit verbreitet ist, wie auch die Wahlergebnisse der AfD zeigen. Aber es ist der falsche Weg, diese Meinung zu löschen oder zu ignorieren. Diesbezüglich kann man nur auf das Wahlergebnis in S.-H. verweisen, wo alle Parteien die AfD in den Diskussionen gestellt haben und die AfD entsprechend schwach abgeschnitten ist. In NRW hat man das Gegenteil gemacht und die Rechten quasi wiederbelebt.

      Wenn man eine derartige Haltung vertritt, dann spielt man den Rechten nur in die Karten und vertritt eigentlich genau ihre Position, Meinungsvielfalt und Toleranz abzuschaffen.
      Als jemand, der vor Ort war: Die Menschenmassen auf dem Festivalgelände sind schon eine andere Hausnummer als auf den Campingplätzen. Als Teil der gut 60.000 Fans in dem "Schlauch" vor der Mainstage hatte ich bei der Absage defintiv ein schlechteres Gefühl, als auf einem der gut 15 Campingplätze. Dort gibt es im Übrigen auch Einlasskontrollen und bei einem terroristischen Angriff, sollte man ihn denn überleben, gäbe es auch mehr als genug Fluchtwege, auf denen man bei einer Massenpanik nicht totgetrampelt werden würde.

      Die Räumung des Infields hat natürlich weder die von Lieberberg kolportierten 15 Minuten, noch die 30 Minuten lt. Polizei gedauert. Ich würde da eher von 1 - 1/2 Stunden sprechen. Dafür ging es in der Tat sehr ruhig und gesittet über die Bühne. Die Stimmung anschließend war auch noch relativ gut für das, was passiert ist, bzw., was hätte passieren können.

      London einen Tag später ging dann aber schon unter die Haut, wenn man selbst noch so mit dem Thema beschäftigt gewesen ist. Ansonsten hat man ja, so traurig es ist, schon eine gewisse Gleichgültigkeit entwickelt.

      Gegen die Arschlöcher, die solche Großverstaltungen für einen Anschlag nutzen wollen, gibt es ohnehin kein Allheilmittel. Wie Handschuh schon sagte - wieso nicht in der Warteschlange vor den Kontrollen? Die Regeln werden für alle beschissener und strenger und dabei sieht man nur zu, dass diese einfach nicht mehr unter dem eigenen Dach stattfinden.

      Zu Marek Lieberberg ist ohnehin jedes Wort zu viel. Da wäre zwischen dem Lines ziehen und sich selbst beweihräuchern wohl mal ein Moment der inneren Einkehr angebracht. Und ein Pressesprecher.
      Alles für den Gockel, alles für den Club!
      Rock am Ring wird zur Festung?
      Lächerlich.
      Die Einlasskontrollen sind alberner als beim IEC.
      Ich selber bin mehrmals völlig unkontrolliert durch den Haupteingang aufs Gelände gegangen , und das mehrfach.
      Ich hab nichtmal ein Festivalbändchen besessen... Messer, Schusswaffen oder sonstwas hätte ich somit völlig problemlos mitführen können.
      Kommt halt immer auf den jeweiligen Ordner und dessen Lust an. Am Eingang B waren die Kontrollen völlig in Ordnung. Bauchtasche entleeren, Inhalt zeigen, anschließend abtasten und weiter. Das war auch tatsächlich an allen Tagen so, das war mir so bei RaR auch noch nie passiert. ;)
      Alles für den Gockel, alles für den Club!
      Auf dem Festivalgelände wurde ich auch immer kontrolliert. Auf dem Caravan-Camping wurde allerdings überhaupt nichts kontrolliert. Die haben sich eirklich für nichts interessiert. Wir haben noch nichtmal Pfand für den Kühlschrank zahlen müssen.
      Die Räumung des Infields dauerte schon lange, lief dafür aber völlig ruhig. Ein schle htes Gefühl hatte ich auch nie, aber ich bin da auch eher der entspannte Typ. Mich hat einfach nur geärgert, dass ich Rammstein erneut nicht sehen konnte.
      Bist du nach dem kotzen blind, war zu stark der Gegenwind!
      Als wir am Freitag Abend anreisen wollten waren sämtliche Zufahrtsstraßen gesperrt.
      An der Sperre haben wir einen einheimischen Bauern gefragt, der uns ein paar Schleichwege genannt hat und schon war man da.

      Ich persönlich fand das gesamte Sicherheitskonzept komplett für die Tonne.
      Die Krönung war dann das mehrmalige Betreten des Geländes ohne wirkliche Kontrolle und ohne Bändchen.
      Einmal grob in die Bauchtasche gucken ist mir da zu mager.

      Nicht, dass es mich gestört hätte, aber bei dem Theater was dort war darf sowas eigentlich nicht passieren.
      Auf dem Gelände waren dann Leute mit 5L-Fässchen, Bierdosen, eine Gruppe saß sogar auf dem Grünstreifen an Start/Ziel und hat gegrillt...

      rsw70 schrieb:



      Mein Fazit ist eher: die Anschläge in der Vergangenheit haben den gewünschten Effekt erzielt, dass viele nun in permanenter Angst vor Terror leben, ihr alltägliches Leben danach ausrichten und vielfach überreagiert wird.

      Damit will ich nicht sagen, dass die Unterbrechung des Festivals falsch war, im Gegenteil - lieber einmal zu viel auf Nummer Sicher gehen, als es hinterher zu bereuen.
      In letzter Zeit häufen sich aber die Meldungen der Fehlverdächtigungen: hier sehen die Mitarbeiter bei RAR verdächtig aus, an anderer Stelle werden Flugzeuge notgelandet oder wie gestern in Stuttgart geräumt, weil irgendwer irgendetwas Verdächtiges gehört haben will...
      Wenn man jeden Tag 1 Stunde joggt, lebt man 2 Jahre länger.
      Dumm nur, dass man dann 4 Jahre gejoggt ist.
      Mit einer Sache hatte Lieberberg aber zumindest Recht. Die muslimische Bevölkerung in Deutschland hat wohl doch eher ein geringes Interesse daran, sich öffentlich vom Terror zu distanzieren. Zumindest wenn man den kläglichen Versuch in Köln vom Wochenende als Maßstab nimmt:

      spiegel.de/politik/deutschland…gen-terror-a-1152640.html

      Traurig, ich hätte mir ein deutliches Zeichen gewünscht.
      Hiermit distanziere ich mich als Muslim von den Pennern, die den Islam als Rechtfertigung für Gewalt und Terror ansehen.

      Ich distanziere mich als in der Türkei geborener von den Machenschaften der Erdogan-Regierung.

      Als Bürger mit deutschem Pass möchte ich mich von den täglichen Brandanschlägen an Flüchtlingsheimen distanzieren, von der NSU, von der AFD und allgemein von den Nazis und den Nazi-Verbrechen im 3. Reich.

      Als Mann distanziere ich mich von den Sexualstraftätern, den Machos, den Frauenverprüglern, den Arschgeigen, die ihnen nicht die Tür aufhalten und auch noch den Jahrestag vergessen.

      Als Autofahrer distanziere ich mich von allen Rasern und Falschparkern.

      Als Fleischesser möchte ich trotzdem nicht, dass Tiere gequält und unwürdig in Massen gehalten werden. Ich distanziere mich davon!

      Als Kleidung- und Schuhträger möchte ich sagen, dass ich die Ausbeutung von Arbeitskräften in armen Ländern nicht gutheiße.
      Als Wassertrinker distanziere ich mich von Nestle.

      Als Musik-Hörer von Helene Fischer und als Film-Liebhaber von den langweiligen Avenger-Movies.

      Als Vater von den Alimente-Verweigerern.

      Als Griller von den Brandstiftern.

      Als Google-Nutzer von Google+.

      Als Youtube-Nutzer von Bibi.


      Der Komiker machte mit seiner emotionalen Wutrede deutlich, wie absurd es für viele Muslime erscheint, sich von etwas zu distanzieren, mit dem sie im Alltag nichts zu tun haben. Eine Perspektive, die man trotz aller berechtigten Forderungen nach einem starken Signal aus der muslimischen Community nicht aus dem Auge verlieren sollte.


      huffingtonpost.de/2017/06/18/c…ensmarsch_n_17190556.html
      Ich sehe die Situation ebenfalls ambivalent:

      Ich bin auch der Meinung, dass ich grundsätzlich keine "Distanzierungen" von allen und jedem brauche, weil mir bewusst ist, dass einzelne Täter niemals ein Abbild der Allgemeinheit darstellen.
      Dementsprechend fordere ich die Distanzierung von Muslimen von Attentätern ebensowenig, wie ich von irgendeinem Norweger und/oder Christen erwartet hätte, dass er sich von den Taten von Anders Breivik distanziert.

      Und doch fand ich die Demonstration der Muslime in Köln enttäuschend: denn dort hätte die Chance bestanden, ein deutliches, überall sichtbares Zeichen zu setzen - nämlich dass es eine große Masse gibt, die aufgeschlossen und friedlich sind. Und ja, auch ich finde es erschreckend, wenn man im Vergleich sieht, was ein Erdogan hier mobilisieren kann.


      Inzwischen muss ich ohnehin eingestehen, dass ich jedweder Form von Religion nur noch mit Unverständnis entgegen stehe.
      Dass sich im Jahr 2017 noch Menschen deswegen umbringen, wer den cooleren imaginären Freund besitzt, ist einfach nur erschreckend.
      Und letztlich erhebt jede Religion für sich den Anspruch, die einzig richtige zu sein - und trägt somit sie schon den Keim für Intoleranz und den Glauben, man sei "besser" als andere, in sich.
      Wenn man jeden Tag 1 Stunde joggt, lebt man 2 Jahre länger.
      Dumm nur, dass man dann 4 Jahre gejoggt ist.