Alles rund um den US Präsidenten

      *schiebhoch*

      Netter Artikel auf web.de, der das Problem bei Trump's "Grundsatzrede" gestern ziemlich auf den Punkt bringt:
      Widerspruch reiht sich an Widerspruch
      [...]
      Der Rest der Rede ist sehr, sehr fahrig. Trump wirft Obama vor, alte Verbündete verprellt zu haben und droht dann damit, die Nato-Partner der USA zu einem stärkeren finanziellen Engagement zu zwingen. Er sagt, er wolle "raus aus dem Business", anderen Staaten die Demokratie beizubringen, um ein paar Sätze später zu betonen, wie wichtig es sei, in der Welt "für die Erfolge der westlichen Zivilisation" zu werben. Er meint, Amerika müsse wieder "unberechenbarer" werden, aber verspricht den Freunden der USA, künftig wieder ein verlässlicher Partner zu sein.

      Trump will das Verhältnis zu den Chinesen verbessern, aber auch einen Handelskrieg mit ihnen anfangen. Er ist gegen Interventionismus, und wirft Obama vor, dabei zuzuschauen, wie der Islamische Staat Christen abschlachte. Er beklagt, die USA hätten "jahrzehntelang in das Militär investiert, um Europa und Asien zu verteidigen" und spricht wenig später von der Notwendigkeit, "das Militär neu aufbauen" zu wollen.

      [...]

      Das Problem ist: Trumps sagt zwar, wie sehr er sich für "Frieden und Wohlstand" einsetzen würde und beschwert sich über "zu viele Waffen auf der Welt." Aber in vielen Punkten spricht er so militaristisch, dass man Schwierigkeiten hat zu glauben, er würde Amerikas Truppen ausnahmslos sinnvoll einsetzen, geschweige denn das eigene Arsenal reduzieren. Neue Schiffe, neue Bomber, neue Nuklearwaffen. Das ist Trumps Plan zur Abschreckung. "Unsere militärische Dominanz", sagt der Kandidat, "darf künftig von niemanden in Frage gestellt werden." [...]


      Ob's der Durschnitts-Ami jedoch merkt wage ich zu bezweifeln ...

      Trump setzt nur das fort, was sich überall beobachten lässt. Nationale Eigeninteressen vor Völkerverständigung und internationaler Solidarität. In dem Zusammenhang wird es auch spannend sein die Bundespräsidentenwahl in Österreich weiter zu verfolgen. Ich gehe fest davon aus, dass die Föhnfrisur nächster US Präsident wird.
      Die Inhalte Trumps sind den Amerikanern welche ihn wählen zu großen Teilen ziemlich egal.

      Im Endeffekt geht es den Amerikanern nicht viel anders als vielen in Europa oder Deutschland. Sie haben keine Lust mehr auf die ewig gleiche Politikleier. Ob der Bush Clan, die Clintons, die Cheneys und die Romneys. Alles Politikerfamilien welche die Macht unter sich verteilen. Aber für den Normalo Ami ändert sich nichts. Im Gegenteil, es wird immer schlechter für diesen. In den USA findet ein noch stärkerer Abrutsch der Mittelschicht statt denn hier. Und keiner der letzten Präsidenten hat vermocht ihn auf zu halten.

      Und da kommt ein Trump daher. Ein reicher Prolet, den das politische Establishment hasst. Genauso in übrigen wie ein Sanders, der noch vor 10 Jahren in den USA als Spinner ausgelacht wurde. Aber Trump steht für viele Amerikaner für die Aufruhr gegen political correctness und den Mief der Politik. Er ist in den Augen vieler Amerikaner das Sinnbild des amerikanischen Traums. Aus Queens zum mächtigen Immobilien Mogul. (Wobei sein Vater ja schon steinreich war). Dann seine Auftritte beim Wrestling, seine Vorliebe für Football, alles das was viele Amerikaner lieben. Und dann seine einfachen Wahrheiten.

      Aber natürlich sind auch die Amis nicht zu blöd zu checken, das vieles von dem was er erzählt Bullshit ist. Aber ich kenne viele Bekannte drüben, welche einfach sagen, wenn Clinton antritt wähle ich Trump. Clinton ist für sehr viele der Inbegriff von politischem Filz, Korruption und Lügen.

      Wird Trump Präsident, dann wird es eine Protestwahl. Aber er wird Mühe haben die republikanischen Stammwähler hinter sich zu bringen, welche wohl eher gar nicht wählen werden, bevor sie Trump wählen. Nachdem sich mit Bloomberg auch die Option auf einen unabhängigen Drittkandidaten zerschlagen hat, werden viele der sehr konservativen Republikaner wohl die Wahl meiden. Allerdings könnte es Trump gelingen die weiße Unterschicht zu mobilisieren. Eine Gruppe die nachweislich bei den letzten Wahlen kaum zur Wahlurne ging. Spannend bleibt es also schon.

      Aber letztlich bleibt auch in den USA festzuhalten. Wenn die Politik sich immer mehr von der Realität der Bürger entfremdet, dann werden diese Populisten immer stärker werden. Selbst wenn Clinton gewinnt, unter ihr wird sich nichts für den Normalen Bürger ändern. Und so ist es dann vielleicht in 4 Jahren jemand viel schlimmeres als Trump der auf der Matte steht. Gleiches sollten sich auch hier Politiker merken, statt über so abstruse Dinge wie die Rente mit 70 zu schwadronieren. Wer keine Politik fürs Volk mehr macht, kriegt eine böse Quittung.
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      Ottawa69ers schrieb:

      [...] Wer keine Politik fürs Volk mehr macht, kriegt eine böse Quittung.

      Doch mal ehrlich: WER kriegt denn die Quittung?

      Der Politiker persönlich wird mit einer Nicht-Wiederwahl leben können, denke ich, da sich der finanzielle Verlust in Grenzen halten mag, das Standing ist jedem anders wichtig - vermute ich (da es allesamt Machthungrige sind werden sie andere Prioritäten haben im Leben als wir nachvollziehen können).

      Die Partei wird bei einer Nicht-Wiederwahl ja auch nicht sofort verboten, daher müsste die interne Strategie überprüft werden und der nächste Kandidat entsprechend "geimpft" werden.

      MMn ist einzig und allein der Wähler der Dumme, da - wie Ottawa schon angemerkt hat - sich für ihn nichts zum positiven ändert, sondern wenn dann nur zum Nachteil.

      Auch in BRD vermisse ich seit Dekaden die Politik FÜR den Bürger, die Erleichertungen und Verbesserungen mit sich bringt.
      Solange jedoch das ganze Lobbyistentum das Verwobene der Politik mit Industrie und Banken erfolgreich vorantreibt wird der Ottonormalwähler dem Irrglauben erliegen, sein Kreuzchen könnte der Stein des Anstoßes sein.

      Nein, die WIRKLICHE Politik wird ganz woanders gemacht ...

      Daher halte ich ja auch nach wie vor viel von dem Vorschlag die Parteienfinanzierung an die Wahlbeteiligung zu koppeln. Dann müssten sich nämlich alle mal wieder Gedanken machen, mit welcher Politik man die Bürger zurück an die Urne kriegt. Solange es egal ist, ob meine 20% Wahlergebnis von 80% oder nur von 20% der Wähler getragen wurden, wird sich grundlegend an unserem politischen System nichts ändern.

      BOR-Rooster schrieb:

      Ottawa69ers schrieb:

      [...] Wer keine Politik fürs Volk mehr macht, kriegt eine böse Quittung.

      Doch mal ehrlich: WER kriegt denn die Quittung?

      ..


      Alle, leider auch unter Umständen der normale Bürger. Um bei Trump zu bleiben. Was wird passieren wenn er tatsächlich Präsident wird. Oder gar nur Kandidat.

      Die republikanische Partei wird es wahrscheinlich endgültig zerreissen. Das der Tea Party Flügel sich abspalten wird gilt als hoch wahrscheinlich. Das normal konservative Partei Establishment, insbesonders die Familie Bush und die Koch Brüder haben fast jeglichen Einfluss verloren. Also stehen am Ende vielleicht 3 neue Parteien. Die Tea Party, gegen die Trump noch ein Unschuldslamm ist von seinen Ansichten her, das alte Establishment und der Trump Flügel.
      Auf der anderen Seite werden die Demokraten rund um Clinton hochwahrscheinlich versuchen Trump im eigentlichen Wahlkampf bloß zu stellen und ihn ordentlich zusammenschießen. Normalerweise sollte es schon für Clinton reichen. Aber Clinton ist "die Wirtschaft". Für den normalen Bürger wird es unter ihr nicht besser werden. Aber die nächsten Wahlen kommen bestimmt.
      Den USA fliegt gerade ihre Parteienlandschaft genauso um die Ohren, wie es hier auch passiert. Quittungen bekommen auch die Parteien und Politiker, weil andere ihren Platz einnehmen. Leider aber auch die Bürger, weil diese anderen leider teilweise planlose Populisten sind.
      Trotzdem, vielleicht muss es einfach mal zum großen Knall kommen. Insgesamt ist es sowohl hier als auch drüben eine bedenkliche Entwicklung.
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      Webbi schrieb:

      Wer weiß ob der Geheimdienst einen solchen Präsidenten akzeptieren würde. Da hat es ja früher schon mal merkwürdige Zwischenfälle gegeben...


      Weder bei Clinton noch bei Trump bräuchten sich irgendwelche Dienste groß anstrengen. Ich hab irgendwo vernommen das der Tod in ihrem Alter nicht zum unwahrscheinlichsten Szenario gehört. ;)
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      Nachdem die Demokraten ja auch ihren Skandal haben, indem sie Sanders nie eine Chance einräumen wollten, dreht der Wind. Erstmals in liegt Trump in einer großen Umfrage vorn. Mit 48% zu 45% dreht sich laut der CNN Umfrage der Wind zu Trump.

      ​Durch den Rücktritt der Vorsitzenden der Demokraten aufgrund des Skandals rückt Clinton mehr denn je in das Licht der machtgeilen Intigrantin. Trump hat jetzt eine Steilvorlage mehr. Das unglaubliche könnte tatsächlich Realität werden, so gruselig der Gedanke ist.
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      Ottawa69ers schrieb:

      Nachdem die Demokraten ja auch ihren Skandal haben, indem sie Sanders nie eine Chance einräumen wollten, dreht der Wind. Erstmals in liegt Trump in einer großen Umfrage vorn. Mit 48% zu 45% dreht sich laut der CNN Umfrage der Wind zu Trump.

      ​Durch den Rücktritt der Vorsitzenden der Demokraten aufgrund des Skandals rückt Clinton mehr denn je in das Licht der machtgeilen Intigrantin. Trump hat jetzt eine Steilvorlage mehr. Das unglaubliche könnte tatsächlich Realität werden, so gruselig der Gedanke ist.


      Trump schafft es die Leute an die Urne zu bringen, die sich vergessen fühlen. Die weiße Mittelschicht die sich weder von Obama, noch vom Republikaner-Establishment gewürdigt sehen und die bei den letzten Wahlen einfach zuhause geblieben sind. Clinton wird alles daran setzen müssen Frauen, Hispanics, Schwarze etc. etc. für sich zu mobilisieren. Wenn ihr das nicht gelingt, wird die cholerische Föhnfriseur im Winter mit Atomwaffen spielen dürfen. Und um Merkel könnte es dann verdammt einsam werden. Bei den Ost- und Südeuropäern ist sie wegen ihrer Asyl- und Sparpolitik verhasst, Hollande kämpft in Frankreich um sein eigenes Überleben, die Briten würden von einer schwachen Kanzlerin immens profitieren und in den Niederlanden, Österreich und Skandinavien werden die Regierungen von Rechtspopulisten getrieben. Das könnte für Merkel sehr unangenehm werden.
      Definitiv, Trump ist der Mann der weißen Unterschicht und auch der immer mehr abrutschenden Mittelschicht. Und das sind in den USA immer noch verdammt viele Menschen, so viele Hispanics kriegst du gar nicht zusammen. Zumindest nicht so viele welche überhaupt ein Wahlrecht haben. Und bei den Schwarzen ist Trump kein No-Go. Im Gegenteil. Trump hat die nie angegriffen. Vieles was Trump anprangert sind genauso Themen der weißen Unter und Mittelschicht, wie der Schwarzen.
      ​Und jetzt das Eigentor der Demokraten? Die in sich genauso zerstritten sind wie die Republikaner.

      Trump ist alles andere als chancenlos. Eine Katastrophe wäre er trotzdem. Wobei Clinton die Katastrophe für die Mittelschicht der USA wäre.
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