Gewählt wird immer...

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      Kampfhahn schrieb:

      Ich bin von den Sondierungsergebnissen angenehm überrascht. Zwar längst nicht alles perfekt, aber doch an einigen Stellen richtige Weichenstellungen, z. B. bei der paritätischen Finanzierung der Krankenkassen oder den engen Grenzen beim Familiennachzug.


      Ich weiß nicht, die Parität ist ja nett, aber wenn einer so bettelt um in der Regierung zu bleiben wie die CDU/CSU, dann muß ich da einfach härter bleiben, z.B. Bürgerversicherung, Vermögenssteuer, Schließung von Steuerschlupflöchern etc.
      You're at home baby!

      "Mein Unternehmen zu verkaufen nur um auf einem Topf Geld zu sitzen und über dessen Anlage nachzudenken – das ist keine Beschäftigung."
      (c) Carl Manner 1929 - 2017

      Geh auf Reisen vor dem Sterben, denn sonst reisen deine Erben.

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      Das Ergebnis ist aus Sicht der SPD eine Katastrophe. Viel mehr als die Parität bei der Finanzierung der GKV sehe ich da nicht als rote Themen. Angeblich gehen die Regelungen zur Teilzeit auf die SPD zurück. Das geforderte Rückkehrrecht von Teilzeit in Vollzeit lese ich aus den 28 Seiten nicht so recht raus. Ob das Kooperationsverbot bei der Bildung fällt, ist wohl Auslegungssache. Ich hab auch das nicht sofort gefunden, aber das Papier auch noch nicht in Ruhe gelesen.

      Es gibt kein Konzept für die Rente, es gibt kein Konzept für die Pflege, bei der Digitalisierung vermisse ich Visionen. Keine Spur von Bürgerversicherung, keine Steuerkonzepte, nichts, was die SPD sich auf die Fahnen schreiben könnte. Und Schulz stellt sich hin und spricht von einem hervorragenden Ergebnis. Das ist alles einfach nicht zu fassen.

      Es wird die SPD dahinraffen. Und das kann eigentlich niemand wollen, selbst wenn er nicht Anhänger dieser Partei ist.
      Düsseldorfer EG - Deutscher Meister 67, 72, 75, 90, 91, 92, 93, 96

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Joe“ ()

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      Ich habs meinem OB-Vorsitzenden bereits mitgeteilt, dass ich Mein Parteibuch zurückgeben werde, sollte die Koalition wirklich zustande kommen.

      Das ist eine Schande. Über Christian Lindner und seine FDP, die wirklich Rückgrat und Glaubwürdigkeit bewiesen haben, wurde geschimpft. Völlig zu Unrecht. Über diese machtgeilen Wendehälse wie Schulz, Groschek, Klingbeil und Nahles müsste man schimpfen. Pfui Spinne, was ein verlogene Haufen. Schämt euch. Ihr seid keine Sozialdemokraten!
      AIR-POR-TCO-DES-FOR-THE-WIN

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      Das nun grade ein Christian Lindner den Mund aufmacht, finde ich ziemlich frech. Er hatte ja die Möglichkeiten gehabt, bestimmte Themen nach vorne zu treiben, erwies sich aber scheinbar als schlechter Verhandlungspartner.
      Wenn jemand als Koch in eine Küche geht, ihm die Suppe nicht gelingt zu kochen und den Kochlöffel im hohen Bogen hinwirft, der sollte nicht auf einen anderen Koch schimpfen, der sich daran versucht.
      Ich kann den Frust einiger SPD'ler verstehen, die auf den Schulz-Hype angesprungen sind und nun entäuscht wurden. War aber auch recht dumm und naiv, Herrn Schulz hinterher zu rennen.
      Dieser Beitrag wurde 396 mal editiert, zum letzten Mal von Franky: 30.02.2019 23:65.

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      Joe schrieb:

      Zusatz: Das ist schon sehr deutlich ein Unions-Papier, noch genauer ein CSU-Papier. Die 6-Prozent-Krakeeler haben sich also auf ganzer Linie durchgesetzt. Bitter!


      Die Bürgerversicherung ist gesundheitsökonomischer Irrsinn und ein ideologischer Irrweg. Was die Integration angeht kommen wir jetzt schon an Grenzen. Da macht es Sinn, enge Rahmen zu setzen. Zumal sich gezeigt hat, dass Familiennachzug Integration nicht fördert, sondern nur Parallelgesellschaften verstärkt. Generell sollte man die Einwanderungspolitik langfristig nach australischem Vorbild gestalten. Unglücklich finde ich allerdings die Formulierung in Aufnahmeeinrichtungen konzentrieren zu wollen. Da kommen bittere Assoziationen hoch.

      Bei Steuern und Bildung hat die SPD ihre Vorstellungen durchsetzen können. Die Wirtschaft wird die Änderungen in der Krankenkassenfinanzierung nicht witzig finden, das ist aber verschmerzbar. Gut finde ich, dass in der Pflege die Tarifbindung gesteigert werden soll, das wird sich positiv auf die Qualität auswirken.

      Natürlich hätten sich beide Seiten mehr gewünscht. Aber die 20 Prozent SPD kann wohl kaum erwarten Maximalforderungen durchzusetzen. Das Wahlergebnis zeigt ja, dass linke Positionen in diesem Land keine Mehrheit haben. Und wenn jetzt zeitgleich mit Linken, Grünen und AfD die programatisch extremen Parteien gegen das Ergebnis pesten, dann zeigt es nur das das Ergebnis für die breite Masse hierzulande gut ist.

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      Siggi Suttner schrieb:

      Was hat denn Lindner gesagt ... mal vom Postillon abgesehen?



      17.49 Uhr
      FDP-Chef Lindner kritisiert Sondierungsergebnis
      FDP-Chef Christian Lindner sieht etliche beschlossene Punkte bei den Sondierungsgesprächen kritisch.

      bild.de/politik/inland/grosse-…finale-54437206.bild.html

      Dazu noch ein Video auf seiner Facebook-Seite.
      Dieser Beitrag wurde 396 mal editiert, zum letzten Mal von Franky: 30.02.2019 23:65.

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      Kampfhahn schrieb:

      Die Bürgerversicherung ist gesundheitsökonomischer Irrsinn und ein ideologischer Irrweg.


      Da du ja im Gesundheitswesen zu tun hast, könntest du erklären warum das Irrsinn ist?
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      Sagen wir es so. Grundsätzlich ist die Bürgerversicherung nichts falsches, aber in Deutschland aufgrund der historischen Entiwcklung einfach nicht umsetzbar. Das Gesundheitswesen in Deutschland ist eh schon chronisch unterfinanziert. Und so hart es leider klingt, ohne die 2-Klassen-Medizin, nicht mehr finanzierbar. Sowohl die niedergelassenen Ärzte als auch die Krankenhäuser sind auf Privatpatienten angewiesen, um wirtschaftlich bleiben zu können, aber auch um überhaupt liquide zu bleiben. Natürlich kann man an der Stelle argumentieren, dass es gutes Recht der Krankenkassen ist, erbrachte Leistungen nicht oder nur teilweise zu bezahlen, wenn sie aus Sicht der Kassen unnötig ist. Aber es kann auch nicht Sinn des Gesundheitswesens sein, dass die Leistungserbringer mittlerweile immensen Aufwand betreiben müssen, um den bürokratischen Irrsinn zu beherrschen den Staat und Kassen einfordern. All das kostet Geld, dass man nun mal einfacher und schneller von den Privatpatienten bekommt.

      Da die Länder zudem ihren Aufgaben im Investitionsbereich nicht bzw. nur unzureichend nachkommen, sind diese Einnahmen für die Krankenhäuser auch unverzichtbar, um überhaupt technisch auf halbwegs aktuellem Stand zu bleiben. Eine Bürgerversicherung bedeutet Einheitsmedizin. Das mag aus ideologischer Sicht für viele toll klingen. Bedeutet aber auch, dass Gesundheitsdienstleistungen nur noch nach Kassenlage finanziert werden. Geht es der WIrtschaft gut, ist die Finanzierung kein Problem, kackt die Konjunktur ab, kommt das ganze System ins Wanken, bzw. muss massiv staatlich bezuschusst werden, was zu einem Anstieg der Staatsverschuldung führt. Das jetzige System bietet dahingehend zumindest bis zu einem gewissen Maß Schutz. Als mahnendes Beispiel sei Großbritannien genannt. Solange man nichts gravierendes hat, ist das NHS (National Health System) brauchbar, aber sobald es kompliziert wird, ist man da verloren. Das System ist so unterfinanziert, dass es für viele Behandlungen gar keine Kapazitäten mehr gibt. Bedeutet z.B. in der Praxis, dass neurochirurgische Eingriffe mittlerweile in den Niederlanden oder Frankreich durchgeführt werden, weil dort OP Kapazitäten vorhanden sind, die im UK einfach weggespart wurden.

      Grundsätzlich bin ich ein Freund des niederländischen Systems. Hier hat der Staat zwar auch immensen Einfluss, es besteht aber immer noch die Möglichkeit über private Versicherer Zusatzleistungen abzusichern. Das wäre bei einer klassischen Bürgerversicherung ausgeschlossen. Zudem haben in den Niederlanden auch Arbeitgeber die Möglichkeit mit den Versicherern spezielle Pakete auszuhandeln, um ihren Mitarbeitenden und deren Familien zusätzlich abzusichern. Trotzdem ist aber auch eine umfassende Grundversorgung garantiert. Das wäre ein gangbarer Weg für Deutschland.

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      Ich denke man müsste mal einen Reset machen. Da es um Gesundheit geht bin ich der Meinung man muß sich von dieser rein betriebswirtschaftlichen Denke die dort eingezogen hat teilweise verabschieden, denn der Mensch ist nunmal kein Auto bei dem man weiß das ist kaputt, die Reparatur dauert so lange, das kostets.
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      Bin ich ja bei dir. Problem ist nur, dass dieses Denken von jeder Regierung egal welcher Form, vorgegeben wurde. Meistens waren es sogar die SPD geführten Reformen, die das Gesundheitswesen stärker ökonomisierten.

      Grundsätzlich wird das Gesundheitswesen zu stark von Lobbyisten beeinflusst, die Pharmakonzerne ganz voran.

      Was man aber auch sagen muss. Im internationalen Vergleich müssen wir uns nicht verstecken. Natürlich gibt es Mängel, aber trotzdem ist man hierzulande gut versorgt. Das Finanzierungsthema ist eine Baustelle, wichtiger ist es aber genügend Arbeitskräfte zu gewinnen. Sowohl in der Pflege, als auch beiden Ärzten. Die Notwendigkeit für die totale Umkrempelung sehe ich nicht.